
„Shiatsu“ ist japanisch und bedeutet Fingerdruck. Hinter dem einfachen Wort steht eine alte Behandlungsform, die aus der traditionellen japanischen und chinesischen Heilkunst hervorgegangen ist. Ihr Grundgedanke: Im Körper verlaufen Energieleitbahnen, die Meridiane. Wenn die Energie in ihnen frei fließt, fühlen wir uns ausgeglichen. Wo sie stockt, entstehen Spannung, Unruhe oder Erschöpfung. Mit ruhigem Druck der Daumen, Handflächen, Ellbogen und manchmal der Knie arbeite ich entlang dieser Bahnen und bringe sie wieder in Austausch.
Ich habe Shiatsu von 2011 bis 2013 gelernt und mich danach in Einzelfortbildungen weiter vertieft. Seit über zehn Jahren ist es ein fester Teil meiner Arbeit im Atemraum.
Wie eine Behandlung abläuft
Das Gespräch. Jede Behandlung beginnt mit ein paar Minuten Gespräch. Wie geht es dir? Was beschäftigt dich? Gibt es Stellen, die du besonders spürst? Ich schaue dabei nicht nur auf eine Beschwerde, sondern auf dich als ganzen Menschen: wie du atmest, wie du sitzt, wie du dich bewegst. Shiatsu nennt das „den Körper lesen“.
Die Matte. Du legst dich in bequemer Kleidung auf eine weiche Matte am Boden. Eine Decke liegt bereit. Dass die Behandlung am Boden stattfindet, hat einen Grund: So kann ich mit meinem eigenen Körpergewicht arbeiten statt mit Muskelkraft. Der Druck wird dadurch ruhig und gleichmäßig, nie hart.
Die Behandlung. Etwa 75 Minuten lang arbeite ich in Ruhe durch den Körper: Rücken, Beine, Arme, Bauch, Nacken, Kopf. Ich halte Punkte, dehne sanft, bewege Gelenke, lasse Druck langsam kommen und gehen. Vieles davon geschieht im Rhythmus deines Atems. Du musst nichts tun, außer da zu sein und zu spüren. Viele schließen die Augen, manche schlafen ein. Wenn etwas unangenehm ist, sagst du es mir, und ich passe den Druck an.
Das Nachspüren. Nach der Behandlung bleibst du noch einige Minuten liegen. Dann sprechen wir kurz darüber, was du wahrgenommen hast, und du trinkst ein Glas Wasser oder eine Tasse Tee.
Alles zusammen dauert 90 Minuten.
Was Shiatsu bewirkt
Die Wirkung ist individuell, aber einige Dinge höre ich immer wieder: Die Atmung wird tiefer, oft schon während der Behandlung. Die Gedanken werden leiser. Der Körper fühlt sich wärmer, weicher und durchlässiger an. Verspannungen, die sich lange festgehalten haben, dürfen sich lösen.
Aus Sicht der östlichen Lehre gleicht die Behandlung die Energieverhältnisse im Körper aus. Die inneren Organe haben ihre Entsprechungen in den Meridianen; über die Berührung werden sie angesprochen und harmonisiert. Alle Körpersysteme, Atmung, Verdauung, Kreislauf, Nerven, werden in ihrer Selbstregulation unterstützt.
Dazu kommt etwas, das sich mit keinem Modell erklären muss: Berührung beruhigt. Nach der Geburt ist sie neben der Nahrung das Wichtigste für eine gesunde Entwicklung, und das bleibt ein Leben lang so. In unserer schnellen Zeit ist eine ruhige, aufmerksame Berührung für viele eine erstaunlich neue Erfahrung.
Shiatsu dient der Entspannung, der Regeneration und dem Wohlbefinden. Es ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Wenn du Beschwerden hast oder in Behandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Auch in der Schwangerschaft ist Shiatsu nach Rücksprache möglich.
Shiatsu und Faszien
In meiner Praxis verbinde ich Shiatsu mit Faszienarbeit nach Danis Bois. Faszien sind das Bindegewebe, das jede Muskelfaser umhüllt und den ganzen Körper durchzieht. Mit sehr sanftem Druck und Zug lasse ich die Gewebeschichten langsam übereinandergleiten, bis das Gewebe nachgibt. Beides ergänzt sich: Shiatsu arbeitet entlang der Bahnen, die Faszienarbeit in der Tiefe des Gewebes. Je nachdem, was du brauchst, nutze ich in einer Stunde beides oder konzentriere mich auf eines.
Wie oft?
Das ist sehr individuell. Manche kommen einmal im Quartal als Auszeit, andere alle zwei bis vier Wochen als feste Zeit für sich. Wer gerade viel trägt, profitiert oft von zwei oder drei Behandlungen in kürzerem Abstand und geht dann in einen ruhigeren Rhythmus über. Wir sprechen nach der ersten Behandlung darüber, was für dich passt.
Vor deiner ersten Behandlung
- Zieh dich warm und bequem an, am besten Baumwolle. Socken nicht vergessen.
- Iss vorher nichts Schweres, und komm nach Möglichkeit nicht direkt aus einem Termin, der dich aufgewühlt hat.
- Plane nach der Behandlung nichts Anstrengendes mehr. Trink viel.
- Wenn du Fragen hast oder dir etwas im Vorfeld wichtig ist, schreib es in die Terminanfrage. Alles Weitere besprechen wir vor Ort.
Eine Behandlung findet in Schlachtensee statt oder nach Absprache in Zehlendorf. Über die Terminanfrage schlägst du mir einen Wunschtermin vor, und ich bestätige persönlich.
Häufige Fragen
Ist Shiatsu eine Massage?
Im weiteren Sinn ja, im engeren nein. Eine klassische Massage knetet und streicht die Muskulatur. Beim Shiatsu arbeite ich mit ruhigem, gehaltenem Druck entlang der Meridiane, mit dem ganzen Körper und mit deinem Atem. Es ist langsamer und geht tiefer.
Was ziehe ich an?
Bequeme, warme Kleidung aus Baumwolle und Socken. Du bleibst während der ganzen Behandlung angezogen.
Wie fühle ich mich danach?
Die meisten fühlen sich ruhig, warm und leicht, manche angenehm müde. Nimm dir nach der Behandlung Zeit, trink etwas Warmes und plane nichts Anstrengendes mehr für den Tag.

