
Viele, die zum ersten Mal zu mir kommen, sagen denselben Satz: „Ich kann nicht meditieren, ich kann meine Gedanken nicht abstellen.“ Die gute Nachricht ist, dass das niemand kann. Meditation bedeutet nicht, nichts zu denken. Sie bedeutet, zu bemerken, dass man denkt, und freundlich zum Atem zurückzukehren. Das lässt sich lernen, und ein Abend in der Gruppe ist dafür der leichteste Einstieg.
Warum in der Gruppe?
Allein zu Hause zu meditieren ist für Anfängerinnen und Anfänger schwer. Es fehlt der feste Zeitpunkt, es fehlt die Anleitung, und nach drei Minuten ruft die Küche. In der Gruppe trägt der Raum. Alle sitzen zusammen in der Stille, und diese gemeinsame Ruhe ist spürbar. Die Teilnehmenden beschreiben das oft als das, was sie am meisten überrascht hat: wie viel leichter es in der Gruppe geht und wie bereichernd es ist, mit anderen zusammen einen ruhigen Raum zu schaffen.
Mein Meditationsabend ist eine offene Gruppe. Das heißt, du kannst jederzeit einsteigen, es gibt keinen Kurs mit festem Anfang. Einige kommen seit Jahren jeden Mittwoch, andere ab und zu, wenn es für sie passt. Beides ist willkommen.
So läuft der Abend ab
Wir treffen uns mittwochs um 19:30 Uhr im Ohana-Schlachtensee, zwei Minuten vom S-Bahnhof. Der Abend dauert eineinhalb bis zwei Stunden und hat immer denselben Aufbau, damit du nach dem ersten Mal weißt, was dich erwartet.
Ankommen. Jeder sucht sich einen Platz, auf dem Kissen, auf dem Hocker oder auf dem Stuhl. Ein paar Minuten, um den Tag draußen zu lassen.
Dreißig Minuten leichtes Yoga. Sanfte Bewegungen im Sitzen oder Liegen, die den Körper lockern und die Aufmerksamkeit nach innen holen. Nichts Anstrengendes, keine Vorkenntnisse nötig. Der Sinn ist, dass der Körper danach bereit ist, still zu sitzen. Wer vorher nie meditiert hat, unterschätzt, wie viel diese halbe Stunde ausmacht.
Dreißig Minuten Atemübungen. Pranayama, die klassischen Atemübungen aus dem Yoga, und Elemente aus dem Breathwork. Wir vertiefen den Bauchatem, üben die Wechselatmung und spüren, wie der Atem den Geist beruhigt. Wenn du vorher schon etwas mit dem Atem machen möchtest, lies den Artikel Zwerchfellatmung lernen.
Dreißig Minuten angeleitete Stille. Ich führe mit der Stimme in die Meditation hinein. Je nach Abend ist das eine Atemmeditation, eine Achtsamkeitsmeditation, eine Mantrameditation oder eine Meditation auf eine Eigenschaft wie Ruhe, Vertrauen oder Dankbarkeit. Du musst nichts leisten. Wenn die Gedanken wandern, kommst du zurück. Dazwischen ist es still, und diese Stille ist das Herz des Abends.
Abschluss. Eine Tasse Tee, ein kurzer Austausch, wer mag. Dann gehst du nach Hause, und die meisten sagen, dass sie in dieser Nacht besonders gut schlafen.
Was du mitbringst
Bequeme Kleidung, in der du sitzen und liegen kannst, und warme Socken. Kissen, Matten, Decken und Stühle sind da. Du brauchst keine Erfahrung, keine besondere Beweglichkeit und keine Vorbereitung. Komm möglichst nicht mit vollem Magen und lass das Telefon in der Tasche.
Drei Dinge, die Anfängerinnen und Anfängern helfen
- Nichts erwarten. Der erste Abend ist eine Erfahrung, kein Test. Manche spüren sofort Ruhe, andere merken erst nach dem dritten Mal, dass sich etwas verändert.
- Den Körper bequem haben. Unruhe kommt oft nicht aus dem Kopf, sondern aus einem Knie oder einem Rücken, der sich meldet. Nimm dir den Stuhl, wenn du ihn brauchst. Es gibt keinen Preis für den Schneidersitz.
- Beim Atem bleiben. Alles, was du in der Stille tun musst, ist spüren, wie der Atem kommt und geht. Jedes Zurückkehren zum Atem ist der eigentliche Übungsschritt.
Was Meditation mit der Zeit verändert
Wer regelmäßig kommt, berichtet von mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag, von innerem Frieden und erholsamerem Schlaf. Gedankliche Klarheit entsteht, weil wir lernen, unser Denken zu beobachten statt von ihm getrieben zu werden. Und das Beobachten des Atems führt zu Erkenntnissen über uns selbst, die sich nicht durch Nachlesen vermitteln lassen. Du musst sie erleben.
Meditation dient dem Wohlbefinden und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Wenn du in Behandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wenn du kommen möchtest: Über die Terminanfrage sagst du mir kurz Bescheid, dann weiß ich, wie viele es werden. Ich freue mich auf dich.
Häufige Fragen
Muss ich im Schneidersitz sitzen?
Nein. Du sitzt so, wie es dein Körper erlaubt: auf dem Kissen, auf einem Hocker oder auf dem Stuhl. Manche Übungen machen wir im Liegen. Wichtig ist, dass du eine Weile ruhig bleiben kannst, nicht die Form.
Was ist, wenn ich nicht abschalten kann?
Das kann niemand auf Knopfdruck, und das ist auch nicht das Ziel. Gedanken kommen und gehen. In der Meditation lernst du, sie zu bemerken und wieder zum Atem zurückzukehren. Jedes Mal, wenn dir das gelingt, hast du meditiert.
Muss ich mich anmelden?
Eine kurze Anfrage vorher hilft mir bei der Planung. Du kannst aber auch ohne Anmeldung kommen, solange Platz ist. Ein Abend kostet 18 Euro.

